KI-Chat-Interfaces: Komplexe Webanwendungen einfacher bedienen
Komplexe Webanwendungen sind oft schwierig zu bedienen und erfordern viel Einarbeitung. Ein KI-Chat-Interface, das direkt in die Anwendung integriert ist, hilft Nutzer*innen, schneller und einfacher ans Ziel zu kommen. Wir zeigen, wo es unterstützt und welche Vorteile es mit sich bringt.
Bisher müssen wir bei den meisten Anwendung zuerst lernen, wie sie genau funktioniert, bevor wir damit arbeiten können. KI-basierte sprachliche Interfaces bzw. KI-Chat-Interfaces verändern diese Arbeitsweise grundlegend. Nutzer*innen chatten mit KI und erhalten direkt Hilfe bei der Bedienung, ohne sich selbst durch die Anwendung klicken zu müssen.
Anwendungen mit eigenen Worten bedienen
Je komplexer eine Anwendung ist und je mehr Funktionen sie bietet, desto schwerer finden sich Nutzer*innen darin zurecht. Die Folgen spüren viele Unternehmen im Alltag:
- Neue Mitarbeiter*innen brauchen Schulungen, bevor sie selbstständig arbeiten.
- Interner Support-Bedarf, Kolleg*innen müssen viele Rückfragen beantworten.
- Bei Funktionen, die selten zum Einsatz kommen, passieren Fehler.
- Nutzer*innen verwenden nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die restlichen Features kennen oder finden sie oft nicht.
Ein KI-Chat-Interface ergänzt eingeloggte Bereiche um eine Bedienebene. Die Oberfläche bleibt, wie sie ist, nur das Chatfenster kommt hinzu. Nutzer*innen können ihr Ziel in eigenen Worten beschreiben und das dahinterliegende Sprachmodell liefert die Antwort, zeigt den Weg zum gewünschten Ergebnis oder erledigt die Aufgabe selbst.
Damit sinken Einstiegshürden bei der Bedienung. Wer weiß, was er oder sie erreichen will, kommt ans Ziel, auch ohne jeden Menüpunkt zu kennen. Erfahrene Nutzer*innen bedienen die Anwendung wie gewohnt weiter oder sparen Zeit, indem sie Aufgaben an das sprachliche Interface abgeben. Andere lassen sich Schritt für Schritt führen.
Der Unterschied zu klassischen KI-Chatbots
Klassische KI-Chatbots kennen viele von öffentlichen Websites: Sie durchsuchen eine Wissensdatenbank und beantworten damit Fragen. Der Mehrwert für Nutzer*innen bleibt dabei meist begrenzt, da die Antworten auf den Inhalten von Support-Seiten und festgelegten Wissensdatenbanken basieren. KI-basierte sprachliche Interfaces unterscheiden sich davon durch zusätzlichen Kontext und die Fähigkeit, Aktionen auszuführen.
Besonders niedrigschwellig lassen sich Chat-Interfaces in eingeloggten Bereichen einführen. Dort ist der Nutzen hoch, weil Kundenportale, interne Tools und Admin-Bereiche meist komplexer aufgebaut sind als öffentliche Websites. Da nur angemeldete Personen Anfragen stellen, bleiben auch die Kosten kontrollierbar.
In diesen Bereichen erhält das sprachliche Interface als Kontext die gesamte Anwendung und Informationen über die angemeldete Person: ihre Rolle, ihre Rechte und die Daten, auf die sie zugreifen darf. Außerdem lässt sich ihm die Berechtigung zum Handeln erteilen. Es greift dann auf die Funktionen der Anwendung zu und bereitet Aktionen vor oder führt sie aus.
So hilft das KI-Chat-Interface bei der Bedienung von Anwendungen
In eingeloggten Bereichen gilt: Das KI-Chat-Interface darf genau das, was die angemeldete Person darf. Es sieht nur ihre Daten und nutzt nur die Funktionen, die für sie freigeschaltet sind.
Unterstützung leistet es in vier Ausprägungen:
- Erklären: Es beantwortet Fragen zur Anwendung und zu den eigenen Daten.
- Vorschlagen: Es empfiehlt, was als Nächstes zu tun ist, und weist auf Funktionen hin, die weiterhelfen.
- Navigieren und vorbereiten: Es öffnet die Seite oder Maske, die zur Anfrage gehört, und füllt Felder vor, deren Werte es kennt.
- Ausführen: Es erledigt die Aufgabe selbst.
Wie viel Kontrolle bei den Menschen bleibt, legen Unternehmen selbst fest. Das sprachliche Interface lässt sich zum Beispiel so bauen, dass es vor Aktionen mit Auswirkungen nach einer Bestätigung fragt oder Änderungen erst nach Freigabe durch die Verantwortlichen übernimmt. Für mehr Sicherheit sorgen außerdem Protokolle, die jede Aktion nachvollziehbar machen.
Für öffentliche Websites sind Chat-Interfaces im Kommen. Ausgereift ist der Einsatz hier noch nicht. Aktuell sind klassische KI-Chatbots in diesem Bereich meist die bessere Wahl.
Mehr Verständlichkeit, mehr Barrierefreiheit
Oberflächen mit vielen Funktionen stellen Menschen vor Hürden. Ein KI-basiertes Chat-Interface macht den Weg zum Ziel leichter: Nutzer*innen chatten mit KI und beschreiben ihr Anliegen so, wie sie es auch einer Kollegin erklären würden. Besonders profitieren:
- Screenreader-Nutzende, die sich sonst mühsam durch Menüs mit vielen Ebenen arbeiten
- Menschen mit motorischen Einschränkungen, für die viele Klicks und kleine Bedienelemente anstrengend sind
- Menschen mit wenig Digitalerfahrung oder kognitiven Einschränkungen
Dazu kommt: Anfragen müssen weder fehlerfrei noch fachlich präzise formuliert sein. Das Chat-Interface versteht auch Umgangssprache, einfache Formulierungen und Tippfehler.
User Interfaces von Webanwendungen neu gedacht
Ein Teil der Bedienung von Websites und Webanwendungen könnte künftig über Chat-Interfaces stattfinden. Das würde auch verändern, wie User Interfaces gedacht werden. Bisher mussten Entwickler*innen jede Funktion sichtbar einbauen, damit Nutzer*innen sie finden. Mit einem Chat-Interface erreichen Nutzer*innen viele Funktionen direkt über den Chat. Massenaktionen und ähnliche Funktionen brauchen damit keinen eigenen Platz mehr in der Oberfläche. So kann sich das User Interface auf das konzentrieren, was Menschen täglich tun. Was selten gebraucht wird, bleibt über das Chat-Interface erreichbar und belegt keinen Platz in Menüs und Masken. Das macht Anwendungen übersichtlicher und leichter zu erlernen.
Wie aufwändig ist es, eine Webanwendung um ein sprachliches Interface zu erweitern, und welche Voraussetzungen muss die Anwendung mitbringen? Diese Fragen klären wir gern gemeinsam mit Ihnen. Ein einsatzfähiger Proof of Concept (PoC) steht in etwa zwei Wochen. So sehen Sie direkt am eigenen System, wie ein Chat-Interface Ihre Nutzer*innen unterstützt.